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Ungarische Archive

Ungarisches Nationalarchiv

Das Ungarisches Nationalarchiv hütet - wie auch das Ungarische Nationalmuseum und die Staatliche Széchenyi-Bibliothek nationale Schätze. In dieser Institution befinden sich die meisten grundlegenden Urkunden und Schriften der Landesgeschichte, die in den letzten tausend Jahren angefertigt wurden. Die Menge des hier aufbewahrten Schriftguts beträgt zirka 77 Tausend laufende Schriftmeter. Der Zuständigkeits- und Sammelbereich des Ungarischen Staatsarchivs erstreckt sich auf das Archivmaterial der zentralen Organe der Gesetzgebung, der öffentlichen Verwaltung und der Rechtspflege, des weiteren auf historisch bedeutende Schriften von Behörden, Instituten, Körperschaften und Vereinen mit nationaler Kompetenz, von Wirtschaftsorganen mit landesweiter Bedeutung, von Familien und Personen. Eine Ausnahme stellen nur die Schriften der Verteidigungsorganisationen, Universitäten und Hochschulen sowie die der Gesundheitsinstitutionen dar, welche in die Zuständigkeit des Archivs für Kriegsgeschichte, der einzelnen Archive der Institutionen der Höheren Bildung bzw. in die Zuständigkeit des Museums für Medizingeschichte, dessen Bibliothek und Archiv fallen. Das Gesetz LXXXIII/1991 tc. erklärte auch die zwischen den Jahren 1948-1989 entstandenen Schriften der nationalen Organisationen der Kommunistischen Partei zu Verwaltungsakten und überwies sie in die Verwahrung des Ungarischen Staatsarchivs. (Dementsprechend werden die Schriften der Parteiorgane der Hauptstadt, der Komitate und der Orte in den für das jeweilige Gebiet zuständigen Komitats- und/oder Stadtarchiven verwahrt) In die Zuständigkeit der Institution fallen die Erschließung ausländischen Archivmaterials, das sich auf Ungarn bezieht (Hungarika) und die Sammlung der Kopien dieses Materials. Trotz der Tatsache, dass infolge der Kämpfe, die während der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der Revolution des Jahres 1956 stattfanden, große Teile des Schriftguts des Nationalarchivs vernichtet wurden, wurde der Bestand kontinuierlich erweitert und füllt heute schon die Lager von drei eigenständigen Gebäuden. Interessenten können die Quellen aus der Zeit vor 1945 im Hauptgebäude des Archivs, das sich im Palast am Platz des Wiener Tors im I. Bezirk befindet, einsehen, und die Schriften der politischen Regierungsorgane aus der Zeit nach 1945 am Hess-András-Platz, der sich ebenfalls in der Budaer Burg befindet. Auf der Külső-Bécsi-Straße in Obuda, in einem modernen Gebäude aus dem Jahre 1994, befinden sich die Mikrofilmkopien der Dokumente der Wirtschaftsorgane und Unternehmen der Regierung sowie die der in den ungarischen Komitatsarchiven aufbewahrten einzelnen Schriftenreihen (zum Beispiel kirchliche Standesbücher, Zusammenschreibungen des Adels aus der Feudalzeit, der Juden und anderer) bzw. die der Schriften, die sich auf das sich außerhalb Ungarns befindliche Ungarntum beziehen. Als Ergebnis der in den Nachbarländern und darüber hinaus in anderen Ländern Europas und in den Vereinigten Staaten betriebenen Erschließungsarbeit können heute schon die Dokumente zahlreicher ausländischer Fonds in den Forschungsräumen des Staatsarchive auf Mikrofilmen erforscht werden. Die Anzahl der Publikationen des Ungarischen Staatsarchivs ist außerordentlich hoch. Ausführliche Informationen über die Publikationen finden Sie auf der folgenden Website: http://www.mol.gov.hu/bal_menusor/hasznalat/kiadvanyok.html

Ausführliche Informationen über die Datenbasen des Ungarischen Staatsarchivs finden Sie hier: http://www.mol.gov.hu/bal_menusor/hasznalat/segedletek/adatbazisok.html

Weitere Informationen: I. Zentralgebäude

Adresse: 1014 Bp., Bécsi kapu tér 2-4.

Korrespondenzadresse: 1250 Bp., Pf. 3.

Telefon: 225-2800 (Zentrale) Telefax: 225-2817 (Zentrale)

E-Mail: info@mol.gov.hu

Website: www.mol.gov.hu

Zentraler Forschungsraum (Großer Forschungsraum):

Telefon: 225-2840

E-Mail: nagykutato@mol.gov.hu

Gebäude II Adresse: 1014 Bp., Hess András tér 5.

Korrespondenzadresse: 1250 Bp., Pf. 3.

Telefon: 225-2860, 225-2887

Telefax: 225-2875 (Amt für Wirtschaft), 225-2895 (Sekretariat des stellvertretenden Oberdirektors)

E-Mail: hesskutato@mol.gov.hu

Gebäude III Adresse: 1037 Bp., Lángliliom u. 4.

Korrespondenzadresse: 1250 Bp., Pf. 3.

Telefon: 437-0660 Telefax: 437-0695

E-Mail: okut@mol.gov.hu

Gebäude IV(Restaurierungswerkstatt 2, Buchbinderei) Adresse: 1014 Bp., Úri u. 54-56.

Korrespondenzadresse: 1250 Bp., Pf. 3.

Telefon: 355-6857 (Restaurierungswerkstatt) 356-1249 (Buchbinderei)

Das Archiv der Hauptstadt Budapest verwahrt hauptsächlich das Schriftgut der im Jahre 1873 aus der Zusammenlegung von drei Städten, der freien königlichen Hauptstadt Buda, der freien königlichen Stadt Pest und dem Marktflecken Óbuda entstandenen ungarischen Hauptstadt und ihrer Vorläuferstädte. Darüberhinaus befindet sich hier das Schriftgut der Gemeinden, Städte und Kreise der Vorgänger derjenigen Niederlassungen, die im Jahre 19500 bei der Gründung von Groß-Budapest an die Hauptstadt angeschlossen wurden. Das Archiv der Hauptstadt Budapest und seine Rechtsvorgänger hatten durch fast ein Jahrhundert hindurch ausschließlich die Schriften der Stadtverwaltung gesammelt und verwahrt, ab dem Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts hat sich dieses Profil jedoch kontinuierlich verändert. Heute gibt es neben dem Schriftgut der städtischen Verwaltung auch bedeutende Sammlungen von Privatschriftgut der hauptstädtischen Institutionen (zum Beispiel Waisenamt, Schulen, Krankenhäuser, Kommulalbetriebe usw.) der Gebietsorgane der staatlichen Behörden (zum Beispiel Polizei, Feuerwahr, Post usw.), der Budapester Rechtspflegeorgane, der Wirtschaftsorgane, der Parteischriften, der Persönlichkeiten und Familien der Hauptstadt. Besondere Erwähnung verdienen die außerordentlich reichen visuellen Quellen des Archivs der Hauptstadt, die Schriften des Planarchivs sowie die Sammlungen von Landkarten, Fotos und Ansichtskarten. Über die Geschichte des Archivs der Hauptstadt Budapest in ungarischer Sprache siehe: Horváth J. András: Budapest Főváros Levéltárának története. Budapest Főváros Levéltára, Budapest, 1997. [Levéltárismertető, 1.] Eine Übersicht über das Schriftgut des Archivs in englischer Sprache http://bfl.archivportal.hu/id-16-documents_of.html Eine Übersicht über das Schriftgut des Archivs in deutscher Sprache: http://bfl.archivportal.hu/id-20-quellen.html Schon im Zeitraum zwischen den beiden Weltkriegen war die Unterbringung des Schriftguts des Archivs der Hauptstadt nicht ideal gelöst, aber nach der Belagerung Budapests während des Zweiten Weltkriegs - während der viele der Schriften vernichtet wurden - begann der eigentliche Leidensweg der Unterbringung des Materials. Diese wirklich nicht leichte, fast sechs Jahrzehnte währende Periode fand mit der Übergabe des neuen Gebäudes des Archivs der Hauptstadt im Jahre 2004 ihr Ende. Bildunterschrift: Das neue Gebäude des Archivs der Hauptstadt Obwohl das Schriftgut von Buda, Pest und Óbuda aus der Zeit vor 1686 in dem Zeitraum der Türkenherrschaft zwischen den Jahren 1541 und 1686 fast völlig vernichtet worden war, und auch der Zweite Weltkrieg die Bestände sowohl der Archivlager als auch der Archive des Stadthauses und der verschiedenen Organe der Hauptstadt dezimiert hatte, beläuft sich das Schriftgut, das im Jahre 2004 beim Umzug zusammengelegt wurde und seitdem in den vergangenen 6 Jahren um neues Material erweitert wurde, auf fast dreißigtausend Schriftgutmeter. Hinsichtlich des Umfangs des verwahrten Schriftguts ist das Archiv der Hauptstadt Budapest nach dem Nationalarchiv das zweitgrößte öffentliche Archiv und das größte Selbstverwaltungsarchiv Ungarns. Das Archiv der Hauptstadt Budapest hat eine führende Rolle im heimischen Archivfachbereich und ist bekannt für seine Initiativfreude. Es spielt eine wichtige Rolle im Verband der ungarischen Archivare, zurzeit entsendet es den Hauptredakteur der Fachzeitschrift Levéltári Szemle des Verbands. Des Weiteren ist es einer der Gründer des Rates der Selbstverwaltungsarchive und spielt bei den Aktivitäten der Organisation eine wichtige Rolle. Die Anzahl der Publikationen des Archivs der Hauptstadt Budapest ist beträchtlich. Hervorzuheben sind die Zeitschrift mit dem Titel Budapesti Negyed, az Urbs - Magyar Várostörténeti Évkönyv und die Várostörténeti tanulmányok, Források Budapest közép- és kora újkori történetéhez, Disszertációk Budapest Főváros Levéltárából sowie die Buchreihen Budapest Történetének Forrásai. Weitere Informationen (zum größten Teil in ungarischer Sprache) zu den Publikationen des Archivs: http://bfl.archivportal.hu/id-1647-kiadvanyaink.html Weitere Informationen: Adresse: 1139 Bp., Teve u. 3-5. Korrespondenzadresse: 1554 Bp., Pf. 41. Telefon: 298-7500 (Zentrale) 298-7617 (Sekretariat) Telefax: 298-7555 (Sekretariat) E-Mail: bfl@bparchiv.hu Website: http://bfl.archivportal.hu

In der ungarischen Geschichte waren bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts die Komitate, frühere Bezeichnung: Burgkomitate die wichtigsten gehobenen Organe der öffentlichen Verwaltung. Aufgrunddessen stellen die Komitatsarchive neben dem Staatsarchiv und dem Archiv der Hauptstadt eine der wichtigsten Säulen des gegenwärtigen ungarischen Archivinstitutionsnetzes dar. Die damaligen Burgkomitatsbehörden stellten die Basis der Gebietsverwaltung dar und das im Rahmen der Arbeit dieser Organe entstandene und erhaltene Schriftgut bildet einen der wichtigsten Bestandteile des Schriftenbestands der gegenwärtigen Komitatsarchive. Dazu gehören die Schriften solch wichtiger Komitatsinstitutionen wie die Protokolle der Versammlungen aus der Zeit der Adelsburgkomitate und der Komitatsversammlungen der Bürgerzeit, die Schriften der wichtigsten Amtsträger und Behörden der Komitate (zum Beispiel Obergespan, Untergespan, Amtsstaatsanwalt, Komitatssteuerbehörde usw.), ergänzt durch solche Schriftenreihen wie zum Beispiel die Zusammenschreibungen der Steuerzahler, Adligen, Frondienstler, Juden usw., und die des Katasteramts. Die Kreise waren die dem Komitat unterstellten Verwaltungseinheiten. Sie wurden von den (Ober-) Stuhlrichtern geleitet. Auf dieser Ebene des ungarischen Systems der öffentlichen Verwaltung befanden sich die früheren Marktflecken, später die Stadtgemeinden bzw. Komitatsstädte. Hier wird auch das Schriftgut der Verwaltungseinheiten der untersten Stufe, das der Gemeinden, aufbewahrt. Dieses stellt den anderen wichtigen Teil des Schriftguts der ungarischen Archive dar. Ebenfalls in den Komitatsarchiven befindet sich das Schriftgut der einzelnen Organe der früheren freien königlichen Städte, später der Munizipien, welche neben dem im Archiv der Hauptstadt aufbewahrten Schriftgut eine außerordentlich wichtige und stellenweise vielschichtige Quelle der heimischen Urbanitätsgeschichte darstellt. Schließlich sei noch erwähnt, dass die Komitatsarchive auch das Schriftgut bestimmter staatlicher Organe mit Bereichskompetenz verwahren, wie zum Beispiel das der Polizei, der Feuerwehr, der Katasterämter usw. Die Zusammensetzung des Schriftguts der einzelnen Komitatsarchive unterscheidet sich grundlegend hinsichtlich der Zeitabschnitte, aus denen die kleineren oder größeren Mengen der Quellen stammen. All dies hing im Allgemeinen von den historischen Wechselfällen, den Zerstörungen durch den Krieg, die die Region betrafen und schließlich von der geografischen Lage des betreffenden Komitats ab. Weiterführende Informationen finden die interessierten Archivare und Forscher auf den Homepages der einzelnen Komitatsarchive. Der Trianoner Friedensvertrag wies zwei Drittel des Gebiets des historischen Ungarns den Nachbarländern zu. Infolgedessen kommt es in vielen Komitaten vor, dass ein Komitatsarchiv das Schiftgut mehrerer damals existierender und/oder heute noch existierender Burgkomitate verwahrt. Gleichzeitig ist in den für das jeweilige Gebiet zuständigen Archiven der Nachfolgestaaten (Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rumänien und Slowakei) umfangreiches ungarisches Schriftgut des Staates und der Komitate zu finden. Bei deren Aufarbeitung tragen die Archivare der ungarischen Grenzkomitate einen großen Teil bei. Innerhalb der Komitatsarchive sind häufig sog. Zweigarchive zu finden, die das Schriftgut einzelner, in dem betreffenden Komitat befindlicher Städte, Kreise und seltener Komitate (zum Beispiel Komitat Szentes - Csongrád) verwalten. Ein solches Zweigarchiv ist zum Beispiel das Archiv von Balassagyarmat im Komitat Nógrád und das Archiv von Kőszeg im Komitat Vas - die Liste ließe sich fortsetzen. Eine Besonderheit der Organisation dieser Zweigarchive liegt darin, dass es sich bei diesen nicht um eigenständige Organisationen handelt, sondern dass diese im Allgemeinen unter der zentralen Leitung der an den Komitatssitzen befindlichen Komitatsarchive stehen. (Die Komitate Békés und Komárom-Esztergom sind die beiden Ausnahmen, das Zentralarchiv des Komitats sitzt nicht am Komitatssitz, sondern in Gyula bzw. in Esztergom und die an den Komitatssitzen Tatabánya und Békéscsaba zu findenden Stadtarchive führen ihre Arbeit als Zweigarchive der Komitatsarchive fort. Diese Besonderheit steht in Verbindung mit den lokalen Besonderheiten der Entwicklung des ungarischen Siedlungsnetzes. Es ist aber zu bemerken, dass der Vertretungskörper der Selbstverwaltung der Stadt Tatabánya im Jahre 1995 entschied, anstelle des bislang existierenden Zweigarchivs ein eigenständiges Stadtarchiv zu gründen). Im ganzen Land gibt es insgesamt vier solche Stadtarchive, die keine Zweigarchive sind und somit nicht der Organisationshoheit der Komitatsarchive unterstehen, sondern als eigenständige Stadtarchive das Schriftgut der betreffenden Stadt verwahren. Im Falle des Archivs der Stadt Budapest ist der Grund dafür die Tatsache, dass die Hauptstadt denselben Rang im ungarischen Verwaltungssystem innehat. ähnlich wie das schon erwähnte Tatabánya (Komitat Komárom-Esztergom) haben auch Székesfehérvár (Komitat Fejér) im Jahre 1992, Győr (Komitat Győr-Moson-Sopron) im Jahre 1993, Vác (Komitat Pest) im Jahre 2004 eigenständige Stadtarchive gegründet. Anschriften und Homepages der Komitats - und Stadtarchive